Beitrag 6: Argentinien nördliche Anden

Erneut verliesen wir Santiago richtung Argentinien.

Doch diesemal hies es wie der Titel ein alter Genesis Langspielplatte And there where three.  Denn wir hatten unsere Tochter an ihren 24 Geburstag am Flughafen in empfang genommen.
8 Jahre waren bereits vergangen seitdem wir die letzte  gemeinsame Reise in den Kaukasus gemacht hatten  video

Kaukasus Teil 1

Christo Redentor


Der 3800 Meter hohe Christo Redentor Andenpass erschien diesemal im strahlenden Sonnenschein.
Traumstrasse.

Traumstrassen wie die RP 13


Da die unbekannte und unbedeutende RP13 zu unsere Traumstrasse zählte befuhren wir diese erneut  Nächtigten zwischen den grün,weis roten Felsformationen deren ungewöhnliche und unatürlich wirkende Farbgebung uns ein Rätsel waren.

Eine zweit Nacht auf de Rp13 verbrachten wir bei der sattgrünen  oasenartigen Lagune in deren frisches Quellwasser 6 grosse Koys schwammen.

Das saubere Wasser diente nicht nur zum Tankauffüllen, sondern auch einer Herde Guanakos als Trinkstelle. Die dortigen Inkaruinen verfeinerten das abenteuerliche Bild.

Guanakos

Wie eine riesige  intergalaktische  Landefläche für Raumschiffe wirkte der knochentrockene flache Lehmboden eines Hochgebirgsee bei El Leoncito.

Bunte Berge

Insbesondere da nicht weit entfernt bei Barreal sich erneut  eine Bergwelt eröffnete deren Farbgebung so surreal erschien, als seien sie nicht von unserer Welt.

Es fehlte nur noch das Ausserirdischen grüne Männchen aus den rosa Berghügeln heraus kamen. Bei 36 Grad erlahmte jedoch zunächst unsere Entdeckergeist.

Erst als gegen Abend die Sonne nicht mehr so brannte zogen wir los. Dort eingetaucht könnten wir glauben nicht mehr auf der Erde zu sein.  Von Hand gegrabene Erdlöcher gaben uns ein nicht gelöstes Rätsel auf .

Verlassene Bergwerke

Schlieslich entdeckten wir sogar eine aufgegeben Miene . Fast 100 Meter sind wir mit besondere vorsicht in den stockdunklen Bergstollen eingedrungen. Doch wonach hier einst gegraben wurde konnten wir nicht feststellen.

Jesus Statue mitten in einer menschenleeren Gegend

Um die Hauptstrasse zu umgehen, wählten wir den Camino de Guyamayo. Dieser Weg führte wieder kilometerlang durch eine Schlucht die ein Flussbett gegraben hatte.

Schwerer Bergweg nach Guyamaco

Schraubte sich schlieslich mit bis zu 15 Grad Steigung zweimal  in die Höhe, bis nach 61 km ein schlammiger Fluss uns zum umkehren zwang. Denn die Abruchkante auf der Gegenüberliegenden Seite war zu steil und aufgrund des fliesenden Matschwasser erschien das Strassenbauen keine gute Idee zu sein.

Zudem war der weitere Weg, der zur Ruta 40 führte,  ebenfalls in einem Flussbett mit einem Zaun  gesperrt.  Barfuss durchwarteten wir den Schlamm und eregeten so die Aufmerksamkeit der  Schlammbewohner. Eine ware Invasion von kleinsten Fliegetierchen die enormen juckreiz auslösten attakierten unser Arme Beine und den ganzen Körper so das die Flucht in den Wagen die einzige Rettungsmöglichkeit darstellte.

Begegnung mit einer Tarantel


Kaum hatten wir den Rückweg angetreten querte eine Handgrosse haarige Tarantel den Weg. Mit gehörigen Respekt schossen wir ein paar Fotos von ihr . Der Tarantel war unsere Anwesenheit auch nicht ganz geheuer.

Deshalb
 Verkroch sie sich unter unseren Vorderrad.
Es wurde spät und so blieben wir vor der steinigen Bergabfahrt auf 2480 Meter Passhöhe für die Nacht stehen. Denn die kühler werdende Luft deutet auf einen Wetterwechsel hin und wir wollten nicht im Flussverlauf campieren müssen.

Diese Strasse war nach dem Regen nicht mehr zu erkennen

Tatsächlich zog ein Gewitter auf. Fasst die ganze Nacht regnete es . Bange fragten wir uns ob  wir noch am nächsten Tag durch den Fluss zurück kommen oder ob wir erstmal hier gefangen sein würden?

Der nächste Tag empfing uns wieder mit blauen Himmel und Sonnenschein. Doch von oben war keine Strasse mehr zu erkenen. Das Wasser hatte den  Strassenverlauf im Flussbett neu planiert

Es wird Nacht am See

Der Rückweg brachte uns nun zu dem nächsten tollen Gebiet.
Der Naturpark Protegida la Cienaga zeigte seine roten Felsen,  auf den grosse Kandelaber-Kakteen wuchsen.

Bei strahlenden Sonnenschein, von seiner schönsten Seite. Den grössten Kaktus den wir sahen schätzten wir auf 10 Meter.


Wieder mal auf der Ruta 40 , der längsten Strasse der Welt, passierten wir den Kilometer 4000 dieser Strasse. Gut 80 km weiter  kamen wir nach Belen. 

Diese Kleinstadt war für uns die letzte Versorgungs und Tankmöglichkeit für die kommenden 600 km durch das Hochgebirge über die Ruta 43. Um uns an die kommende Höhe anzupassen legten  wir in 2100 Meter Höhe an einer heissen Quelle, deren Wasser in einem frisch gemauerten runden Steinbecken aufgefangen wurde einen  Badetag ein.

Den nächste Tag ging die Strasse sanft aber stetig bergauf. Nach nur 70 km blieben wir zur weiteren Höhenaklimatisierung an einer Lagune in 3200 Meter höhe mit Vicunas und Rosa Flamingos.

Ins einsame Hochgebirge

Denn am dritten Tag kratzten der Strassenverlauf bereits an der 4000 Meter höhenmarke. Die Landschaft die uns hier umgab  ist schwer mit Worten zu beschreiben.
Deren baumlose Hochwüsten oder die ausgedehnten Sandünenfelder erschien uns,  wie ein Aquarell, durch das wir mitten hindurch fuhren.

Rote Vulkane ragten heraus. Vicunas grassten auf den wenigen Büscheln.

Vicuna

Und dann gab es  da noch diese grosse Laufvögel.
Die Nandus,. Sie sehen zwar ähnlich aus wie der afrikanischen Vogel Strauß oder der australischen Emu. Das sie trotzdem nicht mit ihnen artverwand sein sollen, verstehen nur Biologen. Und wir waren derzeit mit einer Biologin unterwegs.


Noch einmal ging es bergab so das ein weiterer  Anpassungsnacht in 3300 Meter höhe erfolgen konnte.
Die unzähligen Sterne funkelten wie wild in diesem kühlen aber glasklaren Himmel. Anscheinend hatten wir direkt unter der Milchstraße campiert.

Die Luft wurde dünn zum atmen

Wir Frühstückten im freien und eine Lama Herde kam vorsichtig bei uns vorbei. Asphaltslos ging es auf über 4000 Meter.

Sehr weltabgeschieden und versteckt hinter einen Berg waren hier die Ruinen der Goldgräbersiedlung Incahuasi. Wir fragten uns warum diese dicken massiven Mauern der Gebäude so stark zerstört waren


Der Friedhof dieser Geisterstadt hatte überwiegend Kindergräber. Die niedrige Stollen, die in keinster Weise mit Balken gesichert waren, deuteten darauf hin das hier keine Erwachsenen im Berg gearbeitet hatten.


Genau an diesen Ruinen hätte der Salzsee „toter Mann'“ überquert werden müssen.  Doch dieser Weg war nicht mehr zu benutzen.

Abe ein neuer schmaler Damm wurde in der Mitte des See gebaut. 20 km war dieser lang.

5 Gedanken zu “Beitrag 6: Argentinien nördliche Anden

  1. Petra und ich haben grade eine Science-Fiction Serie gesehen und eure Landschaft kommt der in der Serie tatsächlich sehr nahe. Schöne Grüße an Angelina!

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  2. Hallo ihr drei ,
    schön das ihr Angelinas Geburtstag zusammen gefeiert habt . Wenn ich Eure Berichte so lese , ist Südamerika wohl nicht das richtige für den DAF ( 3,40 m Hoch und 2,50m Breit ) .
    Ich werde dann doch Russland vorziehen ( ist ja auch nicht so weit )

    Ich wünsche Euch noch viele spannende Erlebnisse und Grüßt Angelina von mir

    Bernd und Benny

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  3. Hallo und herzliche Grüße aus Hamburg, eine tolle Landschaft bereist ihr da. Hochstehend parken ist unbedingt besser. Man weiß ja nie, welcher Wettergott gerade Dienst hat.
    Gute Reise wünschen Maren und Bernd

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