Beitrag 2: Chiles Mitte

Während der kalte  Humboltstrom weiterhin kraftvoll seine Brandungswellen laut tosend auf den schwarzen Sandstrand von Santos del Mar warf, näherte sich erneut eines der bunt bemalten Fischerbooten.

Mit seinen 300 PS starken Aussenborder trotzte es, der aus antarktisch kommenden Humboltströmung und raste schnurstaks auf den Strand. Eine der meterhohen Wellen erwischte es diesemal so ungünstig, das es fast gekentert wäre. Zumindest sah das für uns so aus. Doch noch rechtzeitig schob  sich das Kiellose Gefährt möglichst weit auf den Sand vor. Nun musste alles sehr, sehr, schnell gehen. Denn die Fischer wissen genau, das bereits die nächste Welle die im anrollen war, das Boot wie eine Nussschale, wegspülen könnte.   In wenigen Sekunden nahm der bereit stehender Traktor das Boot in Schlepp und zog es über den Strand, bevor die nächste  Humboltsche -Welle zuschlagen konnte.

Mit 300 PS Booten auf dem arktischen Humboltstrom


Ein Augenblick später sauste bereits das nächste Boot auf den Wellenkamm  herran.  Ein zweiter Traktor hatte sich bereit gemacht und gewährte das Schauspiel noch einmal.  Und noch einmal und noch einmal. Bis schliesslich ca 20 Boote sicher am Land lagen und ihren Fang aus den Netzen hohlten.

Boa, war das spannend, Ich  glaub ich schmeis ne runde Puffreis. Doch es gab nur Fisch!

Parkplatz? Fast versenkt.

Die Cajon del Maipo Wasserfälle  beim Rio Volcan waren unser dritter Übernachtingsplatz nachdem wir in Santiago aufgebrochen waren. Mit dem Auto konnte man ganz dicht heran fahren. Konnte man. Aber es wäre auch Möglich den Weg dorthin zu laufen.

Wir wählten jedenfalls die erste Möglichkeit.
Da es bergauf geht versperrt die fette Motorhaube den freuen  Blick auf den Strassenverlauf.
Mit einem kräftigen Rums plumpste das  linken Vorderrad im abgebrochnen Abhang.
Das wäre also fast das Ende der Reise gewesen .
Doch der 360 PS starke Zylinder  lies sich mühelos zurück fahren.

Hoch oben in den Anden
Ohne Gegenverkehr wäre die Fahrbahnbreite ausreichend
Das Camp am Ende des Weges

Kondor

Nach der nächsten Abiegung stand dort ein prächtiger Truthan. So sah das jedenfalls für uns auf den Ersten Blick aus. Doch als dieser vermeitliche Truthan seine Flügel ausbreitet wird klar das dieser riesige Greifvogel ein Andenkondor ist deren Spannweite, nach einer Wickipedia Recherche, bis zu 3 Meter betragen kann.

Ihre Majestät hob ab und verschwand in den Lüften
Wohnmobile sind ein seltener Anblick

Röhrende Seelöwen, frisch gebadet und trotzdem müffelnd

Als die Sonne ansetzte sich ins Meer zu stürzten, um ihr nächtliches Vollbad zu nehmen, wurde es auf dem zerklüfteten  Felsen, der sich nur wenige Meter vom Ufer aus dem Meer erhob,  turbulent. Die dort ansässigen Seelöwen stritten sich, wie vermutlich jeden Abend,  lautstark um den besten Schlafplatz.

Denn obwohl dieser scharfkantige Felsen  mehr als 20 Meter aus dem Wasser ragte, wurde dieser von der Gischt immer mal wieder überflutet. Wir übernachteten genau an dieser Stelle in cobquecura mit Blick auf die prächtigen Tiere.  Der Wind wehte den beissenden Geruch der laut röhrenden Seelöwen zu uns herüber . Wir fragten uns warum diese Tiere eigentlich  so penetrant riechen obwohl sie doch ständig im Wasser frisch gebadet sind?

Kegelvulkane

Die Regenwolke die sich bereits den zweiten Tag auf uns herabprasselte verhüllte auch den wunderschönen schneebedeckten Kegel des fast 3000 Meter hohen Antuco Schichtvulkan an dessen Fusse in 630 meter Höhe wir beharrlich auf die nicht eintretenede Wetteränderung warteten. Im Verhältnis zu dem mit 6887 Meter weltweit höchsten Kegelvulkan der in Chile aufragt, ist der Antuco zwar nicht der grösste dafür aber recht eindrucksvoll.

Vulkan Villarica

Mapuche Indios

Deshalb verliesen wir auf asphaltlosen Wegen Antuco südwärts in  Richtung Ralco immer entlang des BioBio Flusses.

In dieser entlegenden Chilenischen Bergregion
sind die Reiter der in weiten wollenen Ponchos gehüllten Mapuche Indios mit ihren Pferden uns klar überlegen. Denn während die Ureinwohner stilvoll und aufrecht die Pferde durch die starke Strömung der kalten Flüsse manöverieren bliebt für uns nur das Lenkrad mit dem wir den Wagen zum umkehren bewegen konnten.

Wir durchstreiften das Gebiet der Matuche Indianer auf 900 Meter höhe. Unsere Anzeige im Auto zeigte teilweise Steigung von bis zu 13 Grad an. Und das sogar in den gerölligen Serpentinen, so das der erste Allradgang in der Untersetzung gewählt werden musste.

Die Nacht prasselte wieder Dauerregen geräuschvoll auf unser Dach. So war es nicht wirklich erstaunlich das am morgen die Autoreifen quasie in einem See badeten, der sich auf der Wiese gebildet hatte. Damit hatten wir noch einen recht guten Platz. Denn nur 200 Meter höher waren die Bäume vom frühsommerlichen Neuschnee bedeckt.

Auf 1300 Meter war die matschigen einspurige Bergpiste schneebedeckt, so das wir den Wagen sicherheitshalber stehen liessen und zu Fuss den Rest zwischen den verschneiten gewaltigen Araukarien Bäumen bis zu einer Lagune bewältigen.

Frühsommer on Chile
Ausgedehnte  wälder mit gewaltigen Araukarien Bäume

Kaffepause auf dem Biobio

Die Fähre war nicht in Betrieb wegen Streik

Der Landwirt mit traditionellen Ochsengespann arbeitet weiter

Arno am Wasserfall links
Erstarrtes Lavafeld
Nur eine Brücke?
Wohin wird sie uns führen?
Wie wird es weitergehen ?

7 Gedanken zu “Beitrag 2: Chiles Mitte

  1. Moin Ihr Beiden. Der Vulkan Villarica sieht ja verdächtig nach Schneekoppe-Werbung aus. Es sieht kalt aus bei Euch, aber sehr schöne Fotos! Ist der qualmende Bienenkorb eine Schamanenhütte?
    Viele Grüße Iris &Maik

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  2. Hallo Ihr Beiden!

    Mal wieder faszienierende Bilder und interressante Berichte.
    Schön das es Euch gut geht!
    Aber Ihr müßt ja echt frieren nach der vorherigen langen warmen Welle!

    Weiter gute Fahrt Euch

    Kerstin

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