Beitrag 9: Chile – Karges Land Atacama

Über 1000 km erstreckt sich das öde Land. Der Weg durch die menschenleere Atacama bringt einen an die Grenzen. Am Tage schwitzt man in der Hitze, nachts ist frieren angesagt. Zudem Hunger und Durst.
So schlimm wie Pedro de Valdivia, der erste Konquistador, das Durchqueren dieses Gebietes im Jahre 1540 erlebte und schilderte,  war es für uns im Jahr 2020 nicht mehr.

 

Weihnachtsmarkt in der Atacama

Jedoch,… es war sonderbar, denn kaum merklich aber  dennoch führte die asphaltierte Strasse durch die Atacama Wüste bei Temperaturen von 32 Grad stetig bergauf, bis auf 2500 Meter Höhe. Dann endete die Wüste abruppt.

Die Landschaft wurde grün, nebelig, regnerisch und das Thermometer zeigte nur noch 11 Grad mit Tendenz fallend zu 0.

Bei einer alten Timalchaca Kirche von 1877 in 3900 Meter höhe mussten wir übernachten, da die Strasse  im weiteren Verlauf von einem Fluss überspült wurde. 

 

Timalchaca in 3900 Meter

Längst war der bequeme Asphalt verschwunden und wir kämpften uns über eine  matschige enge Bergpiste

bis wir schließlich  entschieden , gehe nicht über Los begebe dich direkt zurück auf 0 Meter ans Meer.



Dort unten angekommen, gab es meterhohe, moderne Kunstwerke, die Mumien des Chinchorro Volkes darstellten.

Chinchorro

Zahlreiche solcher maskierten Mumien, die über 7000 Jahren alt sind, konnten wir uns auch in einem Museum ansehen.

Die vergessenen Gräber in der Wüste

Etwas Abseits der Ruta 5 besichtigten wir ein besonderes Monument in einer Ruinenstadt. Im Jahre 1879 kämpften an diesem Punkt 6000 chilenische Soldaten gegen eine eine Allianz von 9000 peruanischen und bolivianischen Truppen.

Kampf Kessel

Diese Stadt wurde dabei zwar zerstört, jedoch schlugen die Chilenen die Bolivianisch-Peruanische Allianz. Infolgedessen fiel die gesamte RegionWüsten den Chilenen zu und Bolivien verlor seinen wichtigen Zugang ans Meer.
Die zahlreichen Gefallenen, die ihr Leben dafür gaben, hatten allerdings nichts davon. Inmitten der wasserlosen Wüste findet sich ein abseits gelegener  Friedhof mit zahlreichen, einfachen Holzkreuzen für die  namenlosen Gefallenen von der Schlacht vor über 140 Jahren.

 

Was sind eigentlich Geoglyphen?

Noch weiter zurück in der Vergangenheit, so etwa vor  1000 bis 1400 Jahren, da hatten die Ureinwohner  an den Berghängen Figuren angelegt. Entweder waren diese Figuren und Muster aus Steinen gelegt oder eine Fläche war kahl geschreddert worden. Wir besuchten nicht nur verschiedene davon, sondern übernachteten sogar bei dem weltweit grössten Geoglyphen eines menschlichen Abbilds, dem „Giganten von Atacama.“

Lama aus Steinen gelegt
Gigante von Atacama

In der Tiefe der Wüste

Auf der Suche nach einem verlorenem Tal, das einst von Dinosauriern bevölkert wurde, tauchten wir weiter in die Atacama Wüste ein. So tief bis die Fahrspur zu einer Abruchkante kam die ein Fluss verursacht hatte. Wir waren tief eingedrungen in dieser wüsten Welt.


Eine zweite Abruchkante war gut 2 Meter hoch. Kein Fahrzeug konnte tiefer in die Schlucht eindringen. So schlugen wir dort in der geräuscharmen Einsamkeit unser nächtliches Lager auf.

Am nächsten Tag folgten wir einen anderen staubigen Weg, der uns wieder hinaus führte. Die Fahrspuren waren teilweise nur undeutlich zu erkennen. Die sengende Sonne brannte umbarmherzig auf die schattenlose Erde.

Spurensuche

Dann kamen Furchen und Gräben die zum Teil umfahren werden konnten. Aber es gab auch solche die uns doch tatsächlich zum Umkehren zwingen wollten.
Jedoch mit einem krummen Baumstamm und den dicken Steinen bauten wir zeitintensiv, unter der gleisenden Sonne eine klein Brücken. Bei der überquerung verlor ein Vorderrad den Bodenkontakt und wir fuhren  nur auf drei Rädern.

Wir näherten uns der Küste und waren immer noch in 1000 Meter höhe. Erst wenige Kilometer vor dem Meer ging es Bergab.

Die Anden reichen also bis zum Meer so das unten nur ein paar Kilometer breiter sandiger Atacama Küstenstreifen bleibt. Der genauso Wüstenhaft war so das wir dort prompt die Sandbleche und Schaufel zum Einsatz bringen mussten.

Kampf Sandwühler


Nicht nur die Anden reichtem  bis ans Meer auch die Atacama Wüste wurde vom Meer begrenzt.

Himmel über Wüste

Einsamer Übernachtungsplatz

Und dieser Himmel ist klar, erscheint endlos, geht über in das Universum und führt zu anderen Galaxien. So ist es nicht verwunderlich das inmitten dieser Wüste,  in der kein künstliches Licht stört, das grösste Teleskop in einer Sternwarte,150 km von Antofagasta entfernt, steht.


Von der einen Seite eingezwängt  durch die endlos langen Bergwand und von der anderen begrenzt durch das Meer durchfahren wir Antofagasta. Da die Stadt sich nicht in der breite ausdehnen konnte befindet sie sich auf diesen Küstenstreifen in einer länge von 20 km.

Wahrzeichen von Antofagasta

Hinter der langgezogenen Stadt wählten wir unseren Übernachtungsplatz bei einer 11 Meter hohen Handskulptur. Der Künstler hatte sie mitten in der Wüste plaziert, um damit deutlich zu machen das wir aufhören müssen die Welt zu verschmutzen, damit diese nicht komplett zur Einöde wird.


Kein Käfer, keine Fliege, kein Vogel oder auch nur der Ansatz irgendeines zarten Pflänzchen das aus dem Boden spriesen würde, sichteten wir in dieser Stille.
Die Nasa fand hier ein ähnliches Landschaftliches Gelände wie auf dem Mars. Für ihre Marsexpeditionen war dieses demnach das geignete Testgelände.


Wir fanden jedoch nur noch ein altes Auto das bestimmt nicht auf dem Mars war.  Das Gebiet gehörte nun einer chinesischen Minengesellschaft die eine Durchfahrt nicht mehr erlaubte.

Das Seil strammte sich in unseren Händen als wir, in  alter
 Bergsteiger Manier, gemeinsam den Hügel erklommen, dessen Schwierigkeit nicht unbedingt die Steigung war, sondern vor allem der lose geröllige Untergrund. Zuletzt  noch einen steilen Grad entlang, bei den wir am Seil hochzogen und wir konnten alle Zusammen den zerklüfteten kleinen Gipfel nahe des Abgrundes  erreichen.

Gipfel erklimmen

Von hier genossen wir die abendliche Weitsicht auf die farbenprächtige  Schlucht die sich uns in dieser Wüstenlandschaft bot.

Nachtplatz


In diesem Nationlpark Pan de Azucar, gab es dank einer Quelle wieder Vegetation und in der Tierwelt näherte sich uns  ein recht zutraulicher Fuchs der Gattung Argentinischer  Kampffuchs.

Wüsten Kampffuchs

  Es war für uns das Ende der Atacama Wüste. Von hier sollte es der Strasse am Meer entlang gehen.

 

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